Preisfehler

Was ist ein Preisfehler?

Wer kennt es nicht: Man stöbert eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem durch das Netz, z.B. bei Amazon und plötzlich findet man ein absolutes Schnäppchen, bei dem direkt der Verdacht einer falschen Preisauszeichnung aufkommt – der bei Schnäppchenjägern so beliebte Preisfehler. Schnell ist mit wenigen Klicks die Ware ganz legitim bestellt, aber was kann man nun machen, wenn der Anbieter dennoch die Auslieferung der Ware verweigert und die Bestellung storniert wird?

Preisfehler

Beim Entdecken eines Preisfehler freut sich jeder!

Wie ist die Rechtslage beim Preisfehler?

Das Gesetz sagt in so einem Fall, dass allein mit der Bestellung dieser Ware noch kein rechtsverbindlicher Kaufvertrag abgeschlossen wird.

Entsteht ein Kaufvertrag bei einem Preisfehler?

Ein Kaufvertrag setzt sich bei uns in Deutschland aus zwei Aspekten zusammen: Zuerst einmal das Angebot der Ware, so wie man es dann auch beispielsweise bei einem Preisfehler als Käufer annehmen bzw. abgeben kann, allerdings benötigt der Kaufvertrag für seine Gültigkeit auch die Auftragsannahme des Anbieters zu diesen Konditionen. Amazon ist oft sehr kulant und lässt Preisfehler zu.

Wie sieht es rechtlich mit einem Preisfehler aus?

Um das noch einmal etwas anders zu erklären: Angenommen ihr möchtet eine Ware im Supermarkt bei euch kaufen. So sind die dort ausgelegten Waren erst einmal nur eine Aufforderung des Marktes an den Käufer, ihm ein Angebot zum Kauf zu machen und der Markt kann dann dieses Angebot an der Kasse annehmen oder aber nicht. Jetzt wieder übertragen auf den Internethandel ist demnach eure Bestellung bei einem Preisfehler (zu dem im Shop angegebenen Preis) nur das Angebot an den Verkäufer, euch diese Ware auch zu dem dort angegebenen Preis zu geben.

Der nächste Schritt ist dann die Bestellbestätigung, welche aber ausschließlich den Eingang der Bestellung bestätigt und noch nicht die Annahme eures Angebots ist. Diese Annahme erfolgt erst über die so genannte Auftragsbestätigung, die auch direkt den Versand der Ware zu euch einschließt. Erst dann wurde hier ein beidseitig einvernehmlicher Kaufvertrag abgeschlossen, welcher auch rechtsgültig ist.

Wenn der Händler nicht liefern möchte, so habt ihr auch keinen Anspruch auf die Ware zu dem Preis und das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich tatsächlich als Preisfehler. Falls die Ware aber nach Bestellung dennoch zu dem günstigen Preis zu euch auf dem Weg ist, so kann der Händler trotzdem immer noch auf den Preisfehler und somit seinen Irrtum beim Preis hinweisen und so den Kauf rückabwickeln. Hier hat man dann allerdings in der Regel Anspruch auf Schadensersatz oder der Anbieter tritt mit euch in Verbindung und macht euch ein ähnlich gutes Angebot, welches irgendwo zwischen Preisfehler und Internetbestpreis liegt, z.B bei Amazon.

Ausnahmen bestätigen die Regel!

Dennoch sollte euch das letztlich nicht davon abhalten, jeden Preisfehler mitzunehmen. Denn bis auf die kleine Enttäuschung, falls die Bestellung dann doch storniert wird, habt ihr keine Nachteile dadurch und manchmal braucht man auch ein klein bisschen Glück bzw. einen kulanten Händler und der Preisfehler geht dann doch in Ausnahmenfällen durch und ihr werdet so für euer waches Auge und eure Mühen belohnt.